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Unverständnis und Ängste sind momentan erneut die Themen die allgegenwärtig sind.
Mit den erneuten COVID-19 Maßnahmen werden mehr und mehr Menschen verunsichert und entwickeln Ängste.

Ein großer Teil dieser Ängste wird nicht nur durch die fast täglichen neuen Entscheidungen der Regierung entzündet, sondern ein Teil dieser Ängste entsteht durch die Art der Wörter, derer wir uns seit Beginn der COVID-19 Krise bedienen.

Politiker wenden die Begriffe an, Kinder sprechen schon dieselbe Sprache und sogar die meisten Erwachsenen formulieren die Wörter wie Shutdown, Pandemie und Lockdown.

Welche Bedeutung steckt hinter Shutdown und Lockdown?

Das englischen Wort Lockdown bedeutet Ausgangssperre.
Im Ursprung dient eine Ausgangssperre bzw. die Schließung von Gebäuden und Gebieten zum Zwecke der Eingrenzung bei Terroranschlägen oder Amokläufen, um mögliche Opfer zu schützen.
Dabei werden Freiheiten eingeschränkt, Abläufe begrenzt und zum Teil extreme Maßnahmen ergriffen die im Normalfall Stunden oder Tage andauern können.
Der Begriff Lockdown war über viele Jahre eine Formulierung die in den USA benutzt wurde.
Mit Ausbruch der COVID-19 Krise wurde die Formulierung zum Standard unseres täglichen Lebens.

Das englische Wort Shutdown steht für Ausschalten oder Herunterfahren.
Damit wird beschrieben; den Computer auszuschalten oder herunterzufahren.
Seit Beginn der COVID-19 Krise wird das Wort Shutdown benutzt, wenn dem öffentlichen Leben, durch drastische Schritte der Regierung, eine Ausgangssperre verhängt wird.

Worte wie Shutdown und Lockdown klingen nicht nur dramatisch, sie machen auch etwas mit den Menschen und deren Ängsten.

Weshalb ist es so wichtig auf die Wortwahl zu achten?

Ängste, das wissen die meisten Menschen, sind die denkbar ungünstigsten Begleiter unseres Lebens.

Jedoch kann unsere Sprache, sowie die Benutzung einzelner Wörter Ängste auslösen.
Sprache ist eines der faszinierendsten Instrumente der Menschen.
Das was wir sagen und die Wörter die wir benutzen, haben eine Wirkung.
Sprache ist Poesie, sie ist Faszination und sie ist auch Psychologie, ganz besonders in der momentanen Krisenzeit.

Was sind das für Ängste, die Menschen momentan begleiten?

Da ist die Sprache von den Einschränkungen im November, den Schließungen der Kunst und Kulturstätten sowie der gesamten Gastronomie.
Das Leben wird begrenzt und viele machen sich Sorgen um das Weihnachtsfest, die Familienfeiern zu den Adventswochenenden, dem Jahresübergang und manche sogar um ihren Job.

Ängste wie

  • alleine sein unterm Christbaum
  • die Familienangehörigen nicht treffen dürfen um mit ihnen zusammen zu sitzen
  • ohne Oma/Opa, Eltern, Geschwister oder Freunde das Weihnachtsfest zu feiern
  • zu vereinsamen zum Jahreswechsel
  • zu erkranken und ohne Besuch im Klinikum oder zu Hause zu liegen
  • nicht mehr genügend Geld zu haben um sich oder die Familie zu ernähren

werden zum Begleiter des Lebens.

Ängste gehören zu den angeborenen Grundemotionen und zu unserem Leben.
Angst warnt uns, zum Beispiel, nicht bei Rot über die Ampel zu gehen, stehen zu bleiben bevor wir über die Straße gehen, zu schauen, ob sie frei ist.
Jetzt, in Zeiten von COVID-19, werden Ängste zur Challenge.

Ängste, wo und wie entstehen sie?

Die Angst entsteht im Kopf – exakt im Zwischenhirn.
Angst ist längst vorhanden, noch ehe wir wissen was gerade passiert.
Die Produktionsstätte der Angst nennt sich Amygdala (Mandelkern) und ist ein Teil des Limbischen Systems.

An der Entstehung der Angst ist die Amygdala beteiligt und spielt ebenso eine wesentliche Rolle bei Wiedererkennung von Situationen und deren Analyse, sowie derer emotionaler Bewertung.
Sie ist wichtig für unser Furcht- und Angstempfinden, unser Aggressionsverhalten, sowie lebenswichtig als Warn– und Abwehrinstrument.

In der Amygdala werden unter anderem auch die Stimmungshormone Serotonin und Dopamin produziert.

Leider ist dieser Teil unseres Gehirns sehr vorwitzig, häufig vorschnell, ständig auf dem Sprung und liefert auch Fehlinformationen.
Hinzu kommt noch, dass jede unserer Hirntätigkeiten mit einem Gefühl verbunden ist.
Diese beiden Funktionen, emotionaler Bereich und Handlung, lassen sich leider nicht trennen.

Im Normalfall stellt diese Funktion kein Problem dar, jedoch wenn uns die Angst im Griff hat und plötzlich Herzrasen und Schweißausbrüche die Vorherrschaft bekommen, leben wir nicht mehr angstfrei, stattdessen wird die Angst zum Problem.
Aus der kleinen Amygdala wird plötzlich ein riesengroßer Alleinherrscher in unserem Kopf, der uns steuert.

Was können Sie aktiv tun?

  • Sagen Sie Ihren unbegründeten Ängsten adieu.
  • Denken Sie heute ist heute und was morgen ist, das kann ich noch nicht wissen.
  • Weihnachten und Silvester, das ist noch lange hin und was bis dahin geschieht auch.
  • Sagen Sie Ja zu sich und Nein zu den täglichen Horrornews über COVID-19.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Partner oder Freunden über das was Sie ängstigt– ziehen Sie sich nicht zurück.
  • Sorgen Sie für Entspannung und gute Gedanken
  • Achten Sie auf Ihre Worte, denn sie können mächtig werden.

Noch etwas zum guten Schluss.

Im Talmud, dem bedeutsamsten Schriftwerk des Judentums steht:

Achte auf

  • deine Gedanken, denn sie werden zu Worten.
  • deine Worte, denn sie werden zu Handlungen.
  • Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten.
  • deine Gewohnheiten, denn sie werden zu deinem Charakter.
  • deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.

Ich wünsche Ihnen eine angstfreie und vor allem gesunde Woche.
Passen Sie gut auf sich auf.

Sabine Lahme ist Inhaberin der Lebens-Linie. Düsseldorfs erste Adresse für Paar- und Eheberatung sowie Beziehungs-Coaching-Ängste und COVID-19.

Ängste und COVID-19

Ihre
Sabine Lahme

Beziehungs-Coach mit jahrelanger Erfahrung als geprüfte Psychologische Beraterin. Systemischer Coach für die Bereiche private Partnerschaft, berufliche und private Entwicklung, Unternehmens-Coach, Management-Coach,Fach- und Führungskräfte-Coach, sowie Expertin bei Ehekrisen, Paarkonflikte und Beziehungsproblemen.