Zorn, eine von insgesamt sieben Todsünden.
Einst definiert von Papst Georg dem Großen, der damit die menschlichen Abgründe Habgier, Neid, Wollust, Völlerei, Trägheit, Hochmut und Neid beschrieb.

Menschen haben viele Gesichter und einen dieser Züge verkörpert der Zorn.
Zudem hat er nicht den besten Ruf, gleichwohl er eine enorme Energie freisetzen kann.

Ganz anders beim Jähzorn.

Was ist der Unterschied zwischen Zorn und Jähzorn?

Zorn wird beschrieben als eine emotionale Empörung, mit verschiedenen angreifenden Neigungen, die teilweise vegetative Begleiterscheinungen haben können.

Er zeigt sich in wutähnlicher Ekstase, mit heftigen Zornausbrüchen und teilweise nicht nachvollziehbaren Handlungen.
Hat er erst einmal die Überhand, so sind die Taten rational nicht mehr nachvollziehbar.
Zorn wird auch als “Zürnen“ oder heftiger “Groll“ beschrieben.

Jähzorn, das ist das unkontrollierbare Geschwisterkind des Zorns.
Der Affekt tritt plötzlich und wie aus heiterem Himmel auf, ganz besonders bei Kindern in der Trotzphase ist der Jähzorn bisweilen deutlich erkennbar.

Und dann gibt es noch den “heiligen Zorn“.

Dieser wird als der gerechte Groll bezeichnet, denn er richtet sich nicht gegen Personen.
Meist handelt es sich um Angelegenheiten, bei denen wir Ungerechtigkeit empfinden.
Durch den “heiligen Zorn“ werden wir handlungsaktiv, sanftmütiger und zum Tun bewegt.

Sanftmut, Freude, in Balance sein, Ruhe und Gelassenheit, das sind die Gegenspieler des Zorns.

Wo entsteht der Zorn?

Alle Emotionen entstehen im Gehirn, im limbischen System.
In diesem System befindet sich auch die Amygdala. Diese spielt eine wesentliche Rolle bei Wiedererkennung von Situationen und deren Analyse, sowie deren emotionaler Bewertung.
Sie ist wichtig für unser Furcht- und Angstempfinden, unser Aggressionsverhalten, sowie lebenswichtig als Warn– und Abwehrinstrument.

In der Amygdala werden unter anderem auch die Stimmungshormone Serotonin und Dopamin produziert.

Leider ist dieser Teil unseres Gehirns sehr vorwitzig, häufig vorschnell, ständig auf dem Sprung und liefert auch Fehlinformationen.
Hinzu kommt noch, dass jede unserer Hirntätigkeiten mit einem Gefühl verbunden ist.
Diese beiden Funktionen, emotionaler Bereich und Handlung, lassen sich leider nicht trennen.

Im Normalfall stellt diese Funktion kein Problem dar, jedoch wenn uns der Zorn im Griff hat und plötzlich Herzrasen und Schweißausbrüche die Vorherrschaft bekommen, leben wir nicht mehr zornfrei, stattdessen wird der Groll zum Problem.
Aus der kleinen Amygdala wird plötzlich ein riesengroßer Alleinherrscher in unserem Kopf, der uns steuert.

Was sind die charakteristischen Merkmale des Zorns?

Die charakteristischen Merkmale sind der Anstieg des Herz-Kreislaufsystems, Zunahme der Atmung, Gesichtsveränderung (hochziehen der Augenbrauen, Unterkiefer schiebt sich nach vorn, manche Menschen werden schmallippig, wiederum andere fletschen die Zähne) sowie der Anstieg von Noradrenalin und Adrenalin, die bekannten Stresshormone.

Was hilft, wenn der Zorn Überhand nimmt?

Der Schaltkreis der Emotionen, die beim Zorn im Gehirn ausgelöst werden, ist sehr kurz.
Aus diesem Grund hat er auch keinen guten Ruf und wird nicht selten mit der Gewalt oder dem Hass gleichgesetzt.

Das erleben zumeist zornige Kinder in der Trotzphase, dass diese Emotionen unerwünscht sind.

Tipp Nr. 1
Was sagt Ihnen der Zorn?

Angestaute oder lange unterdrückte Emotionen sind für uns Menschen schädlich.
Fragen Sie sich:

  • Was macht mit gerade so zornig?
  • Und was möchte der Zorn mir sagen?

Nur wenn Sie den Grund für Ihren Groll finden, dann haben Sie auch die Chance diesen zu wandeln.

Tipp Nr. 2
Den Zorn kontrolliert zulassen.

Hat der Zorn Sie erst einmal im Griff, dann ist das erst einmal so.
Versuchen Sie dem Groll nicht sofort freien Lauf zu lassen.
Denn ab und an bietet es sich an, den Zorn zu kontrollieren und erst dann heraus zu lassen wenn Sie in Ihrem geschützten Raum sind.

Jedoch, es ist keine Lösung, dem Zorn keine Möglichkeit zu geben, sich zu zeigen.

„Mahatma Gandhi, indischer Rechtsanwalt und Führer der indischen Befreiungsbewegung sagte:
Aus bitterster Erfahrung zog ich diese eine und höchste Lehre: Man muss den Zorn in sich aufstauen, und so wie gestaute Wärme in Energie umgesetzt werden kann, so kann unser gestauter Zorn in eine Kraft umgesetzt werden, die die Welt zu bewegen vermag.“

Ich wünsche Ihnen eine sanftmütige Woche.

Passen Sie gut auf sich auf.

Sabine Lahme ist Inhaberin der Lebens-Linie. Düsseldorfs erste Adresse für Paar- und Eheberatung, Mediation sowie Beziehungs-Coaching – Zorn

Zorn

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Sabine Lahme
Sabine Lahme

Sabine Lahme

Beziehungs-Coach mit jahrelanger Erfahrung als geprüfte Psychologische Beraterin. Systemischer Coach für die Bereiche private Partnerschaft, berufliche und private Entwicklung, Unternehmens-Coach, Management-Coach,Fach- und Führungskräfte-Coach, sowie Expertin bei Ehekrisen, Paarkonflikte und Beziehungsproblemen.

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